Farbe als Medium für Gefühle – Material – Zufall – Kompositionen, ausdrucksstark und lebendig. So könnte man das künstlerische Schaffen von Sabine Ehrle-Niederehe beschreiben.

Da ist die Leinwand, da ist die Farbe, da ist die Künstlerin. Es beginnt ein lebendiger und  dynamischer Malprozess, ein Entstehen, ein Innehalten, ein Wiederverwerfen. Ihre Farbflächen sind dynamisch und wirken organisch. Durch diesen Prozess entwickeln sich Spannung in Form und Farbe. Flächen werden gestaltet und beginnen zu leben. Wir finden Farben und Strukturen von großer Natürlichkeit, wie man sie z.B. in den Farbverläufen von Gesteinsschichten finden kann. Das Bild entwickelt sich, Farbschicht legt sich auf Farbschicht, Farbe geht über in eine andere, Farbe drängt sich nach vorne, scheint durch. Akzentuiert gesetzte  Kratzspuren legen bereits Übermaltes wieder frei, machen neugierig: Was liegt darunter, was steckt dahinter? Andererseits geben Elemente wie Buchstaben oder Zahlen dem Bild eine Strenge und sorgen damit für eine gewisse Ordnung. Trotz oder gerade wegen der Übermalungen, Kratzspuren, Farbschichtungen, klaren und unklaren Grenzen, Trennungen und Übergängen, ergeben ihre Bilder eine schlüssige Einheit, ein harmonisches Miteinander aus Farbe, Form und Material.

Es sind wie sie selber sagt intuitive Bilder:"Sie entstehen einfach, als würden sie sich verselbständigen.“ Doch kein Titel in Sicht. Sie gibt ihre Empfindungen nicht preis, aber sie gibt das Bild frei und überlässt dem Betrachter bei seiner Interpretation die gleiche Freiheit, die sie beim Malen verspürt.

 

Petra Erdmann

Galerie Kley

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